Nathan der Weise

Artikel-Nr.: 8292

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Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise

Die Weisheit schützt den Juden Nathan in vielen brenzligen Situationen

Als der Jude Nathan während eines Waffenstillstands des Dritten Kreuzzugs von einer Geschäftsreise zurückkommt, erfährt er, dass seine Pflegetochter Recha von einem jungen christlichen Tempelherrn aus dem Feuer seines brennenden Hauses gerettet worden ist. Der Ordensritter wiederum verdankt sein Leben dem muslimischen Herrscher Jerusalems, Sultan Saladin, der ihn begnadigt hat, weil er seinem verstorbenen Bruder Assad ähnlich sieht. Saladin befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten. Deswegen lässt er, auf Rat seiner Schwester Sittah, den vermögenden Nathan zu sich bringen, um dessen in ganz Jerusalem gerühmte Großzügigkeit auf die Probe zu stellen. Anstatt diesen aber direkt um Geld zu bitten, gibt Saladin vor, zunächst Nathans ebenfalls überall gepriesene Weisheit testen zu wollen, und fragt ihn nach der „wahren Religion“. Nathan, von seinem Freund Al-Hafi bereits über Saladins Geldnöte unterrichtet und vor dessen finanzieller Leichtfertigkeit gewarnt, erkennt die Falle. Er entscheidet sich, Saladin „mit einem Märchen abzuspeisen“, und beantwortet dessen Frage mit der Parabel, die drei großen Religionen als gleichwertige Ringe darstellt. Tief beeindruckt versteht Saladin dieses Gleichnis sofort. Von Nathans Humanität gerührt, bittet er diesen, von nun an dessen Freund sein zu dürfen. Nathan willigt gern ein und schenkt Saladin, ohne dass er darum gebeten worden wäre, obendrein ein großzügiges Darlehen. Der junge Tempelherr, der Recha zwar aus den Flammen gerettet, aber bisher als bloßes Judenmädchen kaum beachtet hat, wird von Nathan mit ihr zusammengeführt, verliebt sich Hals über Kopf in sie und möchte sie auf der Stelle heiraten. Sein Name jedoch lässt Nathan noch zögern, seine Einwilligung zu geben. Als er dann von Nathans Gesellschafterin Daja, einer Christin, erfährt, dass Recha nicht Nathans Tochter, sondern nur von ihm als solche adoptiert wurde, ihre leiblichen Eltern aber Christen waren, wendet er sich um Rat suchend an den korrupten Patriarchen von Jerusalem. Obwohl der Tempelherr seine Anfrage so vorträgt, als handele es sich um einen hypothetischen Fall, will das fanatische Kirchenoberhaupt „diesen Juden“ sofort suchen und wegen Apostasie auf den Scheiterhaufen bringen lassen, ohne dessen edle Beweggründe zu berücksichtigen. Durch Aufzeichnungen des Klosterbruders, der Recha einst als Kleinkind zu Nathan gebracht hat, stellt sich schließlich heraus, dass die von einem Juden erzogene Recha und der christliche Tempelherr nicht nur Geschwister – daher Nathans Vorbehalte gegen eine Heirat –, sondern auch die Kinder von Saladins Bruder Assad sind, wodurch die enge „Verwandtschaft“ der jüdischen, christlichen und muslimischen Religionsfamilie nochmals verdeutlicht wird.

Bearbeitung und Regie: Paul Hoffmann, Musik: Rolf Unkel

Artikelinfo
Artikel-Nr.: 8292
Erscheinungstermin:18.02.2014
Produktionsjahr:1956
Autor/In:Gotthold Ephraim Lessing
Sprecher/Innen:Ernst F.Fürbringer, Edith Heerdegen, Erich Ponto, Elfriede Kuzmany, Lina Carstens, Wolfgang Arps, Hans Helmut Dickow, Hans Mahnke, Max Mairich
Länge/Umfang:1 Stunde 34 Minuten
Format:MP3