Oh Täler weit,oh Höhen-Streifzüge durch die Mittelgebirge Baden-Württembergs u.Rheinland-Pfalz

Artikel-Nr.: 8176

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Helmut Frei: Oh Täler weit, oh Höhen

Streifzüge durch die Mittelgebirge Baden-Württembergs u. Rheinland-Pfalz

Das Paket enthält Beschreibungen der vier südwestdeutschen Mittelgebirge:

Schwäbische Alb: 1875 erschien "Rulaman", eine "Erzählung aus der Zeit des Höhlenmenschen und des Höhlenbären". Sie hausten in den Albhöhlen, die das Wasser über Jahrtausende in den Kalk gefressen hatte. Kalkgestein und Wasser, Symbole für das Schicksal der Schwäbischen Alb. Mit Steinen übersät sind die Äcker der Hochfläche, wo bis weit in unser Jahrhundert hinein Wassernot das Leben der Bewohner beschwerlich machte. Zwar war ganz Württemberg über Jahrhunderte nicht gerade mit Reichtümern gesegnet, aber selbst hier galt die Schwäbische Alb als besonders karg und ärmlich. Deshalb versuchte die staatliche Wirtschaftsförderung, in der besonders abseitigen Gegend rund um Ebingen eine leistungsfähige Textilindustrie zu fördern. So entstanden zahlreiche kleine und große Fabriken, die auch Heimarbeit vergaben und die Basis dafür bildeten, dass die Alb Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung fand.

Schwarzwald: Tief eingeschnittene Täler und Waldeinsamkeit – der Schwarzwald ist das deutsche Mittelgebirge schlechthin. Nicht zuletzt deshalb wurde er schon früh touristisch erschlossen. Mit Sonderzügen fuhren Erholungssuchende beispielsweise an den Titisee, der zum Inbegriff eines frühen Massentourismus wurde. An der im "Dritten Reich" gebauten Schwarzwaldhochstraße reihten sich berühmte Hotels, die ein vermögendes Publikum beherbergten. Doch vom Fremdenverkehr allein konnte der Schwarzwald nie leben. Die Bauern auf den Höhen und an den Hängen des Schwarzwalds hatten es schwer gegen die Landwirtschaft in der fruchtbaren Rheinebene. Fast zwangsläufig entwickelte sich aus der handwerklichen Uhrmacherei die für den Schwarzwald typische Uhren- und feinmechanische Industrie. Aber viele ihrer Betriebe hielte eine familiäre Tradition aufrecht, die moderne Geschäftsführung verhinderte. Sie schlitterten in eine existenzbedrohende Krise. 

Hunsrück: Warum heißt der Flughafen Hahn und nicht etwa Lautzenhausen, obwohl er doch unmittelbar an diese Gemeinde grenzt? Weil die Amerikaner, die dort eine große "Airbase" errichteten, das Wort nicht recht aussprechen konnten. Das erzählt zumindest der Bürgermeister des kleinen Hunsrück-Dörfchens. Inzwischen haben die Amerikaner Hahn verlassen. Der Flughafen wird zivil genutzt: Konversion militärischer Anlagen. Vielen Menschen im Hunsrück ist nach dem Abzug der US-Army schlagartig wieder bewusst geworden, dass sie in einer Gegend zu Hause sind, die schon seit eh und je etwas abseits liegt, Rhein, Mosel und Nahe - und wenn man es etwas großzügiger sieht, auch noch die Saar: In dem von diesen Flüssen abgesteckten Viereck liegt der Hunsrück. Ein von kraftstrotzenden Äckern geprägtes Hochplateau, eingeschnittene Täler, die immer noch Entdeckungen sind und den Reiz dieser Landschaft ausmachen, Industrie gibt es kaum. Deshalb nehmen es nicht wenige Arbeitnehmer aus dem Hunsrück fast als eine gottgewollte Selbstverständlichkeit hin, jeden Tag zur Arbeit, zum Beispiel in den fernen Großraum Frankfurt, pendeln zu müssen.

Pfälzer Wald: Neustadt und Kaiserslautern - zwei Orte, die mit der mühseligen Geschichte der Demokratie in Deutschland eng verbunden sind. 1832 versammelten sich auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt Tausende Bürgersleute. Sie protestierten gewaltlos für Freiheit und gegen die Knechtung durch die Fürsten. Wenige Jahre später bildete Kaiserslautern ein Zentrum der badischen Revolution von 1848/49. Sie hatte sich nicht zuletzt daran entzündet, dass die bayerische Obrigkeit, die damals in der linksrheinischen Pfalz regierte, den Menschen in den Dörfern die seit Generationen übliche Nutzung des Waldes verbot. Heute ist der Pfälzer Wald eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Deutschland. Drüben die Franzosen: Sie bauten zur Verteidigung ihre Maginot-Linie auf; hüben die Deutschen; Sie antworteten mit dem Westwall. Dazwischen Wald in seiner ganzen Vielfalt. Vorne zur Rheinebene hin ein Hauch von Italien. In den Tälern siedelte sich die Papier- und Holzindustrie an, die den in den Wäldern geschlagenen Rohstoff verarbeitet.

Regie: Carola Preuß

 

Artikelinfo
Artikel-Nr.: 8176
Erscheinungstermin:17.06.2013
Produktionsjahr:1999
Autor/In:Helmut Frei
Sprecher/Innen:Klaus Barner, Rudolf-Jürgen Bartsch, Eva Garg, Rosemarie Gerstenberg
Länge/Umfang:1 Stunde 48 Minuten
Format:MP3