Zwang und Obhut in der Familie

Artikel-Nr.: 8802

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Katharina Steiner: Zwang und Obhut in der Familie

Die Familie im Wandel der Zeit - Lesung mit Henni Schneider-Wenzel, Hans Goguel u.a.

Das Hörbuch besteht aus acht Teilen: 1. Im Haus der großen Herzensfreude: Ethnologisches über das Verhältnis von Mann zur Frau, die Familie überhaupt, im alten Ägypten. Ablauf der Lebensformen im pharaonischen Zeitalter. Liebevolles Nebeneinander der Geschlechter nach Rekonstruktionen alter Friese aus Grabkammern. Die Institution der Familie ist vermutlich so alt wie die Menschheit. 2. Rings um den Turm von Babylon: Verhältnis von Mann und Frau, über das Familienleben in Babylonien und Mesopotamien. Vielgötterei im alten Babylon, Überlieferungen dienen nur den (Kriegs-)taten der Könige. Zitat aus einem der Bücher Moses. Soviel man über die Frauen im alten Ägypten weiß, so verschlossen bleibt Babylon. Im Prinzip galt wohl die Einehe, aber kaum ein zärtliches Miteinander der Geschlechter. Zitate aus Herodot. 3. Dreitausend Verwandte und mehr: Über das Verhältnis von Mann und Frau-Familie in China von Konfuzius bis heute. Ein alles ordnender Zwang hielt die chinesische Familie zusammen. Der Familienverband einer Sippe war die eigentliche Grundlage der Macht im Staat durch die Jahrtausende. Nicht Leidenschaft, nicht Liebe, sondern unbedingter Gehorsam formte das Leben. "Der Mann ist draußen, die Frau ist drinnen, die Frau ist in der Abgeschlossenheit, wird aber später die verehrte Regentin des Hauses." Zitat aus "Buch der Wandlungen", dem Li Gi-Sittenkodex, aus "Wong Suing" und aus Konfuzius "Buch der Lieder". Aus dem Roman "Der Traum der roten Kammer". Heute löst sich diese Familiengliederung weitgehend auf, hervorgerufen durch den Kommunismus und die westlichen Einflüsse. 4. In griechischen und römischen Häusern:  Verhältnis Mann-Frau-Familie in Hellas und im alten Rom. Im schöpferischen Zentrum der alten Welt, in Hellas, wurde die Frau an den Rand gestellt - aus Sokrates und Platon -während die Römerin gleichberechtigt war. In Rom standen die Frauen den Männern zur Seite. In Hellas herrschte durch die "Absperrung" der Frau eine tiefe Kluft zu den Männern.  Allerdings war dies nicht immer so. Siehe Homer, Odysseus und Penelope, als Frauen und Mütter hervorgehoben und geehrt wurden. 5. Vom Ochsenkarren zum Minnehof: Ethnologische Arbeit über das Verhältnis Mann-Frau-Familie zur Zeitenwende, Völkerwanderung und zum Mittelalter in Germanien. Sitten und Bräuche bis zur ersten Reichsgründung. Die Frau arbeitete hart, zog mit dem Mann in die Schlacht und erhielt weitere Freiheiten durch die Übernahme des Christentums. Später wurden aus Haudegen Ritter und aus Hausfrauen Damen. "Um 1200 liegt die germanische Welt in sanftem Liebesschein, das Zeitalter des Minnesangs wirkt sich aus." Hinweis auf das Nibelungenlied. "Keine Zeit in Germanien war vorher oder nachher so voller Überzeugung an die Liebe." 6. Rund um den Marktplatz:  Ethnologische Arbeit über das Verhältnis Mann-Frau-Familie in Deutschland des späten Mittelalters. Die Stadt entsteht als neue Gemeinschaftsform. Es entwickelt sich das Leben rund um den Marktplatz. Die Städter sind gewitzt, behende und voll munterer List. Die Frauen stehen einem vielgliedrigen Hauswesen vor, werden sogar schon  Unternehmerinnen. Glanz, Bildung, Familienpolitik gehen oft von der Frau aus, der häufig auch die Korrespondenz mit der Umwelt, mit den Kindern unterlag. "Vor dem Machtwort des Vaters stand der kluge Rat der Mutter". Aus Urkunden, die bis heute auf uns gekommen sind, Zitate aus Fischarts "Ehezucht-Büchlein", das damals in keinem Haus fehlte. 7. Am Kamin großer Damen: Gespräche, kleine Szenen, Kommentare und überleitende Worte über die Zeit vor der französischen Revolution, des Rokoko in Frankreich als Beispiel für den Stil ganz Europas. Ausgehend von der Art der Eheschließung, die mehr ein Vertrag zwischen den Familien als zweier Liebenden war, den Kloster-Erziehungsformen, den Kolportage-Romanen über Entführungen und Abenteuern gibt die Sendung bis zu Beispielen aus der damaligen Literatur, aus Tagebüchern ein Portrait der Epoche, eine Schilderung der Frauen der Gesellschaft, die alles vom Hintergrund aus lenkten und großen Einfluss auf allen Gebieten hatten. "Die Ehe hatte an Bedeutung verloren, aber die Familie war stark und mächtig wie eh und je." 8. Die primitive Familie: Betrachtungen über die Behandlung der Frau im Gefüge der Sitten in der Familie und Lebensform primitiver Stämme und Völker. Hervorgehoben sind: Die Toda in Vorderindien, die Hopi-Indianer und die Baganda in Zentralafrika. Extreme Formen im Riesenraum der Ethnologie, die aber heute mit der modernen Zivilisation langsam abbröckeln. Die Frage bleibt offen, ob die primitiven Völker mit ihrem uralten Riten und Gesetzen das überleben können. Angesprochen werden auch, am Rande, die Polynesier, die Neuguinerianer, die Eskimos, die Samoaner.

Artikelinfo
Artikel-Nr.: 8802
Erscheinungstermin:02.10.2017
Produktionsjahr:1964
Autor/In:Katharina Steiner
Sprecher/Innen:Henni Schneider-Wenzel, Friedrich von Bülow, Hans Goguel, Ursula Langrock, Kurt Ebbinghaus, Helmut Wöstmann, Gert Keller, Horst Köhnke, Heiner Schmidt
Länge/Umfang:3 Stunde 36 Minuten
Format:MP3