Duke Ellington Orchestra - Vinyl Edition

Artikel-Nr.: 2621

Sofort versandfertig, Lieferzeit ca. 2-5 Werktage


16,7% gespart

Statt: 23,90 €

19,90 €


Zwei Themen waren für Ellington tabu: Krankheit und Tod. So weigerte er sich bis zuletzt, ein Testament zu machen, um nicht das Ende heraufzubeschwören. Mit den Millionengewinnen seines Musikverlags Tempo konnte er sein Orchester („die wichtigste Sache in meinem Leben“) zusammenhalten – immer darauf bedacht, sich mit Individualisten zu umgeben; einige Musiker waren seit Jahrzehnten bei ihm, und sollte mal einer Lust auf eine Solokarriere bekommen, pflegte Duke irgendwann zu fragen: „Willst du nicht nach Hause kommen?“ Nach dem Comeback in Newport 1956 war man fast fünfzig Wochen jährlich unterwegs, die Zwischenstopps markierten die Studiotermine, bei denen Ellington oft noch komponierte, kurz bevor das Rotlicht aufleuchtete. Zwischen 1960 und 1967 allein entstanden ca. 35 Alben, darunter Adaptionen klassischer Werke, die „Far East Suite“ und die „Sacred Concerts“. Welch ein Luxus: Musik in der Nacht zu schreiben und sie schon am nächsten Tag hören zu können!

1967 war ein Jahr der Triumphe: der fantastische Trompeter Cootie Williams, solistisch zu erleben in „The Shepherd“, war wieder an Bord; aber auch der Trauer: wenige Wochen nach dem Stuttgarter Konzert verstarb Billy Strayhorn. Noch im selben Jahr entstand ein Meisterwerk zur Erinnerung an Dukes alter ego: „…And His Mother Called Him Bill“. Alle Kräfte aufbietend und nicht nur auf bewährte Hits vertrauend stürzen sich Duke und seine 14 Männer in Stuttgart einmal mehr ins Abenteuer; etliche Stücke sind keine Ellington-Klassiker, sondern neuen Datums und dennoch absolut hörenswert. Der Trompeter Rex Stewart beschreibt in seiner Autobiographie „Boy meets Horn“, wie er sich seinen Platz in der Ellington-Band erstmal erobern musste: Jeder Spieler hatte seinen Part mit Notizen versehen und ließ Rex wissen, „das ist meine Note – such‘ Dir eine andere!“ Stewart vergleicht Ellington mit einem Eisberg, von dessen wahrer Größe selbst für Leute aus seiner nächsten Umgebung nur ein kleiner Teil sichtbar gewesen sei.

Der einzigartige Sound des Orchesters ist durch die Akustik in der Liederhalle und die Aufnahmetechnik wunderbar eingefangen und das gesamte Programm stilistisch eine tour d’horizon durch alle Phasen der vier Dekaden umspannenden Bandgeschichte. „Johnny Come Lately“ bricht das Eis. „Swamp Goo“ mit dem sinnlich ins tiefe Register der Klarinette eintauchenden Russell Procope hat den magischen „Jungle Sound“. Paul Gonsalves‘ Tenorsaxofon tanzt durch „Knob Hill“. In „La Plus Belle Africaine“, dem Opener des 1966er Verve-Albums „Soul Call“, glänzt die Rhythmusgruppe mit dem wuchtig akzentuierenden Bassisten John Lamb. Harry Carneys Baritonsaxofon erzählt zum Niederknien schön von „A Chromatic Love Affair“. Drei Wochen später trat die Band in der Carnegie Hall auf, wo ein Teil des Albums entstand, das bei Pablo unter dem nicht übertriebenen Titel „The Greatest Jazz Concert Ever“ erschien. Das Rad der Zeit hatte sich für den rastlosen Edward Kennedy „Duke“ Ellington schon wieder weiter gedreht.

Titelliste:
01 Take The “A” Train
02 Johnny Come Lately
03 Swamp Goo
04 Knob Hill
05 Eggo
06 La Plus Belle Africaine
07 A Chromatic Love Affair
08 The Shepherd

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Vinyl / LP-Ausgabe

1 LP

Artikelinfo
Artikel-Nr.: 2621
Medium LP
Erscheinungstermin:April 2013
Statt: 23,90 €
19,90 €

Statt: 23,90 €
19,90 €